(aus der WN Ausgabe Hiltrup am 12. Februar 2026)
MÜNSTER-HILTRUP „Einen Menschen, der sein Leben verschenkt hat für Gott, darf man nicht vergessen“, sagt Pfarrer em. Ewald Spieker und erzählt den Mädchen und Jungen aus der Klasse drei der Clemensschule etwas von Kaplan Bernhard Poether. Die Schüler sind mit ihrer Lehrerin Judith Chlubek in die Clemenskirche gekommen und versammeln sich vor dem Gedenkstein für Bernhard Poether, der im Sommer 1942 sehr jung, im Alter von 36 Jahren, im Konzentrationslager Dachau gestorben ist.
In Hiltrup ist er aufgewachsen, ging in der St.-Clemens-Kirche zur ersten heiligen Kommunion und war Schüler der Clemensschule, ehe er auf das Paulinum in Münster wechselte. Ewald Spieker leitet den Bernhard-Poether-Arbeitskreis, der seit annähernd 20 Jahren die Erinnerung an den jungen Priester und Märtyrer wachhält.
Die Kinder sind am Tag zuvor bereits in der Synagoge in Münster zu Gast gewesen. Besuche in der Synagoge sind für Schüler ab dem dritten Schuljahr möglich, berichtet Judith Chlubek. Die Kinder wissen, dass sechs Millionen Juden in Europa vernichtet wurden und dass Menschen jüdischen Glaubens aus Münster in die Vernichtungslager in Osteuropa abtransportiert wurden.
Für ermordete Juden sowie andere Opfer der NS-Gewaltherrschaft werden seit einigen Jahren überall in Deutschland Stolpersteine verlegt. In Hiltrup an der Straße Am Klosterwald 3 gibt es einen Stolperstein für Bernhard Poether. Er wurde 2012 verlegt. Auch diesen Stolperstein besuchten die Kinder.
Darauf steht: „Hier wohnte Bernhard Poether. Kath. Priester. Jg. 1906. Verhaftet 1939. Polenseelsorge. Gefängnis Bottrop. 1930 Sachsenhausen. 1941 Dachau. Tot 5.8.42.“

